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WM 2018 in Russland: Finalspiele ohne Südamerika - TARUK WM 2018 in Russland: Finalspiele ohne Südamerika - TARUK

WM 2018 in Russland: Finalspiele ohne Südamerika

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland neigt sich ihrem Ende entgegen. Vier Wochen Fußball-Ekstase liegen hinter den Fans auf der ganzen Welt. Am Samstag geht es zwischen Belgien und England um Platz drei, der berühmte Kampf um die Goldene Ananas, bevor der Titel am Sonntag zwischen Kroatien und Frankreich vergeben wird. Was diese WM vor allem bot, waren Überraschungen. Und ein historisches Ereignis: Weder deutsche noch brasilianische Fußballer standen im Halbfinale einer Weltmeisterschaft. Das gab es seit 1930 nicht mehr! Auch sehr ungewöhnlich ist, dass seit dem Halbfinale aus der Welt- eine Europameisterschaft wurde. Von den asiatischen und afrikanischen Teams, die regelmäßig früh die Heimreise antreten, schaffte es nur Japan ins Achtelfinale. Nachdem mit Uruguay und Brasilien auch die Südamerika-Fraktion im Viertelfinale ausschied, machten die europäischen Teams das Rennen unter sich aus.

Was ist los mit dem Fußball in Südamerika?

Damit ist klar, dass Europa seinen Vorsprung an Weltmeistertiteln gegenüber Südamerika auf 12:9 ausbaut. Überhaupt sind alle Teams aus Südamerika bei dieser Weltmeisterschaft nicht in ihrer besten Form. Die Gauchos aus Argentinien konnten Superstar Lionel Messi nicht in Szene setzen. Vielleicht wählte Trainer Jorge Sampaoli auch die falsche Herangehensweise, einen einzelnen Spieler in den Mittelpunkt zu stellen und um ihn herum eine Mannschaft zu bauen. Am Ende scheiterte auch er. Wenige Tage nach dem 3:4-Achtelfinal-Aus gegen Frankreich musste er seinen Posten räumen. Mehr zur argentinischen Mannschaft lesen Sie hier.

Südamerika hat den Anschluss an Europa verloren. Das belegen die Zahlen eindeutig: Seit der Weltmeisterschaft 1974 in Deutschland standen nur elf von 48 Teams aus Südamerika in einem Halbfinale. Europa dagegen zog 36 Mal in die Runde der letzten Vier ein. Dass die südamerikanischen Teams nicht mehr mit den europäischen mithalten können, hat viele Ursachen. Die Fußball-Schwergewichte Brasilien und Argentinien haben keine Konstanz auf der Trainerposition. Seit 2004 haben gleich acht verschiedene Trainer versucht, Argentinien zum Titel zu führen. Brasilien hat nach dem 1:7-Debakel 2014 gegen Deutschland in vier Jahren drei Trainern verbraucht.

Ein weiterer wichtiger Grund ist die Globalisierung des Fußballs. Immer mehr sehr junge, talentierte Fußballer aus Südamerika wechseln früh in die europäischen Topligen. Die Ligen in Südamerika sind seit einigen Jahren international nicht mehr konkurrenzfähig. Zu wenig Geld wird in die Ausbildung der Spieler und Trainer investiert. In Europa dagegen wird viel Wert darauf gelegt, dass bereits junge Spieler extrem gut ausgebildet, taktisch bestens geschult sind und ein professionelles Auftreten an den Tag legen. 

Brasilianische Fallsucht statt fantastischem Budenzauber

Die Brasilianer zählen – wie die Deutschen – eigentlich immer zu den Favoriten. Auch in Russland setzten die meisten auf den fünfmaligen Titelträger aus Südamerika. Für den ganz großen Wurf hat es aber nicht gereicht. In der Gruppe setzten sie sich zwar als Erster durch, brillanten Fußball hat die Seleção dabei aber nicht gezeigt. Ihr dominantes Spiel präsentierten die Brasilianer in der KO-Phase. Der Achtelfinal-Sieg gegen Mexiko war souverän, wurde aber durch den schauspielenden Neymar überschattet. Die übertriebende Fallsucht des talentierten Fußballers kostet ihm viele Sympathien und  wird, wenn er seine übertriebene Theatralik nicht abstellt, seine weitere Karriere negativ beeinflussen.

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Neutrale Beobachter müssen den Brasilianern eines bescheinigen: Sie haben gelernt zu verlieren. Das Achtelfinal-Aus gegen Belgien offenbarte zwar eine mangelnde Durchschlagskraft, am Einsatz oder den spielerischen Möglichkeiten lag es dagegen nicht. Brasilien erspielte sich unzählige Möglichkeiten und scheiterte entweder an den Verteidigern Kompany, Meunier & Co, dem starken Torwart Courtois oder an sich selbst. Auseinandergefallen ist die Mannschaft trotz eines 0:2-Rückstands aber nicht.

Täglich grüßt das mexikanische Murmeltier

Überrascht von der Spielstärke der Mexikaner waren wohl nur die Deutschen. Nach dem Auftaktsieg gegen den Titelverteidiger schien für Mexiko alles möglich. Am Ende müssen sich die Mittelamerikaner wie in einer schlechten Dauerschleife fühlen. Denn für Mexiko ist das Erreichen der Gruppenphase zum Standard geworden – darüber hinaus schaffen sie es aber nicht. Die letzten sechs Weltmeisterschaften sahen so aus: Mexiko erreicht jedes Mal die Gruppenphase, verliert dann aber sechs Mal in Folge das Achtelfinale. Alle vier Jahre grüßt das mexikanische Murmeltier im Achtelfinale.

Bei der diesjährigen Weltmeisterschaft in Russland wurde die “ewige Spirale” auch deswegen nicht durchbrochen, weil die Mexikaner im abschließenden Gruppenspiel gegen Schweden mit 0:3 untergingen. Hätten sie die Gruppe gewonnen – schon ein Unentschieden gegen Schweden hätte gereicht – wären sie Brasilien aus dem Weg gegangen. Mit der Schweiz hätte Mexiko einen deutlich leichteren Gegner gehabt, um das lang ersehnte Viertelfinale zu erreichen.

Als letztes Land der Weltmeisterschaft, in das TARUK Rundreisen veranstaltet, wird Peru unter die Lupe genommen. Die Südamerikaner nehmen in Russland an ihrer fünften WM teil. Bisher mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Ihnen gelang, ähnlich wie den Fußballern aus Costa Rica, einmal eine faustdicke Überraschung. Bei der ersten und vierten Teilnahme 1930 und 1982 schied Peru jeweils in der Vorrunde aus. bei der dritten Teilnahme 1970 gelang die große Überraschung. Zusammen mit Westdeutschland in einer Gruppe, besiegten die Peruaner Bulgarien und Marokko und zogen als Gruppenzweiter hinter der Bundesrepublik gleich ins Viertelfinale ein. Dort wartete mit Brasilien ein zu starker Gegner, das erste KO-Spiel einer WM ging für Peru mit 2:4 gegen den späteren Titelträger verloren.

In den 1970ern hatten die Blanquirroja, die Weißen und Roten, wie die Nationalkicker genannt werden, ihre bisher größte Zeit. Ein Grund dafür war Teófilo Cubillas, der als bester Spieler aller Zeiten in Peru gilt. Bei der WM 1978 in Argentinien gewann Peru sogar die Gruppe vor den Niederlanden. In der Zwischenrunde zogen sie gegen Polen, Brasilien und Gastgeber Argentinien aber den Kürzeren. Dabei ging das letzte Spiel gegen den späteren Weltmeister aus Argentinien aus unrühmlichen Gründen in die Geschichte ein. Da die Spiele noch nicht zeitgleich ausgetragen wurden, wussten die Argentinier, dass sie mit vier Toren Unterschied gewinnen mussten, um sich in der Gruppe vor Brasilien zu setzen und ins Finale einzuziehen.

Mit Druck der Militärdiktatur zum Titel

Peru wurde dann auch 6:0 geschlagen. Lange hielten sich Gerüchte, dass die argentinische Militärjunta das Spiel vom peruanischen Staat erkauft hätte. Peruanische Nationalspieler berichteten von Anrufen ihres Staatschefs und von seltsamen Staats-Besuchen wie dem von Diktator Jorge Videla und US-Außenminister Henry Kissinger in der Kabine. Etliche Jahre später räumte der peruanische Senator Genaro Ledesma ein, dass das Spiel von Argentinien gekauft wurde, wie der Spiegel berichtete.

Mit der Qualifikation für die Endrunde in Russland schaffte Peru seit 36 Jahren wieder den Sprung zu einer Weltmeisterschaft. Obwohl Peru auf Platz 11 der Fifa-Weltrangliste platziert ist, hatten sie in der Gruppe C gegen Dänemark und Frankreich das Nachsehen. Nur ein Sieg gegen Australien reichte nicht zum Weiterkommen.