Kuba: Das Ende einer Ära

Kuba: Das Ende einer Ära

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“Ich glaube weiterhin fest daran,
dass eine bessere Welt möglich ist.”

Fidel Castro

Fast 60 Jahre lang bestimmten Fidel und Raúl Castro die Geschicke Kubas. Nun ist die Familienära an der Spitze des Inselstaates vorbei. Am gestrigen Mittwoch wählte das Parlament in Havanna einen neuen Präsidenten. Dieser wird erstmals seit sechs Jahrzehnten nicht Castro heißen. Die historische Zäsur besteht auch darin, dass der Nachfolger Miguel Díaz-Canel, der bislang das Amt des Vizepräsidenten bekleidete, erst nach der Kubanischen Revolution von 1959 geboren wurde. Damit muss er sich seine politische Legitimation erst erarbeiten und wird weitaus weniger Macht besitzen als die einstigen Revolutionsführer, die zu Volkshelden wurden. Díaz-Canel war als einziger Kandidat für die geheime Wahl nominiert und wurde am heutigen Donnerstag offiziell als neuer Staatschef verkündet.

Wie verändert sich Kuba nach der Castro-Ära?

Auch wenn sich nominell vieles ändert, wird der neue starke Mann Kubas keine politische Kehrtwende vornehmen. Miguel Díaz-Canel gilt als treuer Anhänger der Kommunistischen Partei und steht eher für Kontinuität denn Aufbruch. Erst kürzlich hatte er gesagt, alle künftigen Präsidenten müssten die Revolution beschützen.

Díaz-Canel steht vor einem schweren Spagat. Er wird das Land für Investoren öffnen müssen, um die Wirtschaft anzukurbeln. Gleichzeitig müssen Bürgerrechte und Meinungsfreiheit ausgeweitet und die soziale Schere geschlossen werden. Bei all den Reformen, die Raúl Castro seit der Machtübernahme von Fidel 2006 angestoßen hat, muss Díaz-Canel aber den Geist der Revolution bewahren. Denn im Staatsrat werden weiter “alte Garden” der Revolution sitzen, die jedwede Neuerung mit Skepsis betrachten.

Charme des Sozialismus auf Kuba-Reisen wird bewahrt

So ist die Aufgabe des 57-Jährigen Castro-Getreuen, eine Balance zwischen sozialistischem Altdenken und liberaler Neuerung zu schaffen. Aber Raúl kündigte bereits an, seinen Nachfolger bei den wichtigen, wenn auch zögerlich begonnenen Reformen unterstützen zu wollen. Die gesamte Macht gibt Raúl Castro nicht ab. Bis zum Jahr 2021 wird er Generalsekretär der Kommunistischen Partei bleiben, kündigte er an. Dann wäre er 90 Jahre, genauso alt wurde sein Bruder Fidel.

Liebe, Landschaft und Lebenslust bleiben

Die Beziehungen zum “Lieblingsfeind” USA sind seit der Präsidentschaft von Donald Trump wieder merklich abgekühlt. Während mit Barack Obama im Juli 2015 nach 50-jähriger Feindschaft wieder diplomatische Beziehungen aufgenommen wurden, machte Trump die verbesserten Reise- und Handelsbestimmungen schlagartig rückgängig.

Die Richtung, die der neue Präsident Kubas einschlägt, wird von der Weltöffentlichkeit mit Argusaugen beobachtet. Natürlich sind auch wir als Fernreise-Spezialist immer auf der Höhe des Geschehens und werden Sie zu den Kuba-Reisen regelmäßig über die politischen Veränderungen auf dem Laufenden halten. Denn:

Wer auch immer an der Spitze des Landes steht und welche politische Richtung eingeschlagen wird, die traumhaften Landschaften, karibischen Strände und die Lebenslust der Einwohner werden bleiben.

Darüber hinaus wird sich das Land des Tanzes, der Musik und Bewegung nicht so schnell verändern. Teilnehmer unserer Kuba-Reisen werden auch in den nächsten Jahren die wechselhafte Architektur, die von der 500 Jahre alten Geschichte der Insel erzählt, die Relikte der Revolution und ihrer Führer sowie die sympathische Einzigartigkeit der Zigarrendreher, Straßenmusiker und Kleinbauern erleben.

Ein halbes Jahrhundert Castro

Nach fast sechs Jahrzehnten, in denen die Castro-Brüder die größte Karibikinsel regierten, ging diese  Ära heute zu Ende. Mit der Abdankung von Raúl Castro beginnt für Kuba eine neue Zeitrechnung. Dass sich das Leben und die Politik nun radikal ändern, ist aber trotzdem nicht zu erwarten.

Fidel Castro regierte Kuba fast 50 Jahre. In dieser Zeit hat er nicht nur zehn US-Präsidenten und Gerüchten zufolge 637 Attentatsversuche überlebt, sondern ist neben Ernesto “Che” Guevara zu Figur der sozialistischen Revolution geworden.

Er führte die “Bewegung des 26. Juli” an, die nach dem gescheiterten Angriff auf die Moncada-Kaserne in Santiago de Cuba 1953 benannt ist. Nach einigen Jahren Haft, Exil und Untergrundkampf jagte die Rebellenarmee den von den USA unterstützten Diktator Fulgencio Batista aus dem Land. Trotz einer ursprünglich bürgerlich-demokratischen Ausrichtung übernahm der linke Flügel der erfolgreichen Rebellen die Führung und arbeitete immer stärker mit der Sozialistischen Volkspartei zusammen, aus der 1965 die Kommunistische Partei Kubas hervorging. Im Jahr 1961 wurde der sozialistische Staat errichtet.

2006 übergab Fidel die Regierungsgeschäfte – zunächst vorübergehend – an seinen fünf Jahre jüngeren Bruder Raúl. Am 25. November 2016 verstarb der “Máximo Líder” im Alter von 90 Jahren. Raúl regierte zwölf Jahre lang. In dieser Zeit leitete er erste Reformen ein. So dürfen Kubaner reisen sowie kleine Unternehmen gründen und Mitarbeiter beschäftigen.

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